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Das Anlegerportal-Interview: Oldtimer und Youngtimer... ein Wertzuwachs ist sozusagen das Sahnehäubchen
 

Das Anlegerportal-Interview: Oldtimer und Youngtimer
... ein Wertzuwachs ist sozusagen das Sahnehäubchen

Hannes SteinerNovember 2009 - Hannes Steiner arbeitete einige Jahre im Vertrieb einer Premiummarke und ist bereits seit frühester Jugend begeisterter Automobilfan. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Kommunikationstrainer.





Das Anlegerportal: Herr Steiner. Sie sind im „richtigen Leben“ Rechtsanwalt und Kommunikationstrainer. Wie kamen Sie zum Automobil bzw. zu Oldtimern?
Steiner: Eigentlich bin ich schon von Geburt an mit dem Automobil-Virus infiziert. So zählten angeblich Automarken bereits zu meinen ersten gesprochenen Worten. Bald darauf hatten sich Spielzeugautos in dreistelliger Anzahl in meinem Kinderzimmer angesammelt und so ging es immer weiter bis ich schließlich sogar im Automobilvertrieb arbeitete. Ein etwas autoaffiner Vater und die Autostadt Stuttgart als Lebensmittelpunkt haben dabei sicher unterstützend gewirkt. Mit den Jahren wurden neben den Autos selbst, auch die Geschichten und die Menschen um die Automobile immer interessanter und faszinierender.

Das Anlegerportal: Interessanter Weg. Interessieren Sie sich auch für die sog. Youngtimer und bitte erklären Sie unseren Lesern kurz den Unterschied zwischen Old- und Youngtimern.
Steiner: Unter Oldtimern versteht man grob gesagt alle Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind. Diese Fahrzeuge sind (meistens) auch berechtigt ein sog. H-Kennzeichen zu führen, welche eine günstigere steuerliche Einstufung mit sich bringt. Unter Youngtimern versteht man Fahrzeuge, die zwar vom Alter her noch nicht in die erste Gruppe fallen, aber die Zeit des schnöden Gebrauchtwagendaseins hinter sich gebracht haben oder gerade dabei sind. Diese Fahrzeuge sind in der Regel mindestens 20 Jahre alt. Meist waren Sie schon zu Neuwagenzeiten etwas Besonderes, wie z. B. der Urquattro von Audi. Besonders kann aber auch heißen, besonders unbeliebt bei Käufern oder vom Design her besonders skuril oder auch besonders typisch für eine Epoche. Hier würde mir z. B. spontan ein weißes Golf I Cabrio mit weißem Dach und weißen Anbauteilen aus den Achtziger Jahren einfallen.

Persönlich bin ich sehr an diesen Fahrzeugen interessiert, da es die Modelle sind, mit denen ich aufgewachsen bin. Natürlich hat man da einen stärkeren Bezug als zu einem Vorkriegsfahrzeug. Viele Autos hat man als Kind bei Bekannten oder den Eltern erlebt oder einfach nur sehnsüchtig aus der Ferne bewundert.

Das Anlegerportal: Das heißt, das Potenzial ist somit größer. Was halten Sie generell von der automobilen Wertanlage?
Steiner: Wem es darauf ankommt, sein Geld zu erhalten, der ist mit einem Old- oder vor allem Youngtimer gut bedient. Er kann stilvoll Auto fahren, hat überschaubare Unterhaltskosten und kann sich sicher sein, dass sein Fahrzeug zumindest nicht an Wert verliert, meistens sogar zulegt. Wenn es jemand darum geht, ein Vermögen zu machen durch den Ankauf und späteren Verkauf eines Autos, wäre ich eher skeptisch. Klar gab es in der Vergangenheit Fahrzeuge, die seinen Eigentümer „sanieren“ konnten. Aber dies ist eher die Ausnahme als die Regel. Allerdings welche andere Anlage garantiert solche Gewinne? Und wenn ja, bei welchem Risiko? Momentan wird ja aus bekannten Gründen generell mehr auf Sachwerte gesetzt. Da ist ein altes Auto sicherlich eine solide Möglichkeit den Erhalt seines Geldes zu sichern.

Das Anlegerportal: Somit sollte man nur auf ausgewählte Modelle setzen?
Steiner: Man sollte zunächst Fahrzeuge auswählen, die einem selbst Spaß machen und einen begeistern. Unter diesen Fahrzeugen wird es dann sicherlich auch welche geben, die unter finanziellen Gesichtspunkten geeigneter sind als andere.

Als maßgebliche Faktoren für eine Wertsteigerung gelten beispielsweise die Marke und die Stückzahl. Coupes traut man mehr zu als Limousinen. Und Cabrios wiederum mehr als Coupes. So können Sie z.B. traditionell mit einem Mercedes SL wenig falsch machen. Wichtig ist natürlich, dass man günstig einkauft und nicht erst, wenn ein bestimmtes Modell auf dem Weg nach oben in der Preisskala ist.

Das Anlegerportal: Und was sind Ihre persönlichen Favoriten?
Steiner: Der Kreis meiner Traumfahrzeuge wächst quasi täglich, wobei sich das nicht unbedingt nach dem Wertsteigerungspotential richtet. Im Bereich der Youngtimer kann ich Ihnen einige Fahrzeuge nennen, die ich schon seit ihrer „aktiven Zeit“ verehre: Porsche 928, Jaguar XJS Cabriolet, Daimler Double Six, Mercedes SL (R129), Mercedes S-Klasse (W126).

Das Anlegerportal: Würden Sie eher von privat oder eher bei einem Oldtimer-Händler das Fahrzeug kaufen?
Steiner: Wie es sich für einen Jurist gehört, kann ich nur sagen: „Kommt darauf an“. Es gibt natürlich einige renommierte Händler, denen man vertrauen kann und bei denen auch technisch weniger versierte Interessenten ein verlässliches Auto erstehen können. Allerdings liegen hier die Preise entsprechend höher. Oftmals ist es jedoch besser am Anfang mehr auszugeben als ein im Nachhinein ein böses Erwachen zu erleben. Beim Händler haben Sie im Fall des Falles auch Gewährleistungsansprüche, die Sie beim Kauf von Privat nicht haben. Es spricht aber auch nichts dagegen von Privat zu kaufen. Man sollte sich dann aber schon etwas auskennen oder jemanden mitnehmen, der ein Fahrzeug beurteilen kann (z. B. ein hilfsbereites Mitglied eines Clubs). Bei seltenen Fahrzeugen bleibt manchmal ohnehin nur der eine oder andere Weg, je nachdem wo das Wunschfahrzeug auftaucht.

Das Anlegerportal: Gibt es wertsteigernde Maßnahmen, die nichts mit dem Alter zu des Fahrzeugs zu tun haben? Umbauten, bestimmte Fahrzeugteile, Promi-Fahrzeuge?
Steiner: Selbstverständlich spielen auch Faktoren wie eine bestimmte Motorisierung innerhalb einer Modellreihe oder eine bestimmte Ausstattung oder sogar Farben eine Rolle. Es liegen z. B. Welten zwischen einem Mercedes 280 S und einem 450 SEL 6.9 aus den Siebziger Jahren, obwohl Sie optisch identisch sind. Der erste war das Einsteigermodell, der zweite schlicht das weltweit beste Auto, das Sie zu dieser Zeit kaufen konnten. Somit war es sehr teuer und entsprechend selten. Genauso können Sie einen Porsche Carrera RS von 1973 nicht mit einem normalen 911er vergleichen.

Für Umbauten im Sinne von Verspoilerungen etc., was vor allem Youngtimer betrifft, gibt es eher einen sehr kleinen Liebhaberkreis. In der Regel wirkt es sich eher preismindernd aus, zumal die Umbauten oft wenig fachgerecht ausgeführt wurden.

Ob sich der prominente Vorbesitzer preissteigernd auswirkt? Wenn man an die Versteigerung von Obamas Chrysler denkt, würde man dies bejahen. Ebenso war es beim alten Golf des Papstes. Aber grundsätzlich kann man dies nicht sagen. Natürlich gibt es aber spezielle Konstellationen, wo sich dies auswirkt. Aber würden Sie für einen Porsche mehr bezahlen, weil ihn vorher ein Bundesligaspieler gefahren hat? Wenn Sie dessen glühender Fan sind vielleicht, aber sonst?

Das Anlegerportal: Können Sie uns ein Beispiel für den Wertverlauf für ein Fahrzeug nennen – wie ist die Rendite?
Steiner: Um ein spektakuläres Beispiel zu nennen: Der Porsche Carrera RS von 1972/73. Der Neupreis betrug 34.000 DM. Mitte der Neunziger Jahre lag der Porsche mit dem markanten Heckbürzel bei 40.000 €, was schon sehr bemerkenswert war. Inzwischen liegt das Fahrzeug im Bereich von 200.000 €. Ich hoffe für Sie, dass Ihre Eltern damals einen gekauft haben. Man kann hier übrigens schön die oben genannten Merkmale sehen: Großer Markenname, sehr geringe Stückzahl (ca. 1500), Coupe, besonderes Modell.

Das Anlegerportal: OK. Also nie nur einen Oldtimer zur ausschließlichen Wertanlage kaufen, sondern auch „lieben“?
Steiner: Ja! Da Ihr Oldtimer vielleicht auch mal kränkelt und etwas (finanzielle) Zuwendung braucht, macht es die Sache einfacher, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Und das eigentlich schöne an den Autos ist letztlich ja nicht der Wertzuwachs, sondern die Freude im Zusammenleben mit Ihnen, das Fahren, die Bekanntschaften mit anderen, die man macht. Ein Wertzuwachs ist sozusagen das Sahnehäubchen.

Das Anlegerportal: Geben Sie uns noch ein paar Tipps für die Zukunft. Welchen aktuellen Fahrzeugen trauen Sie eine attraktive Wertsteigerung zu?
Steiner: Die Neuwagen von heute gibt es in größerer Stückzahl als Ihre Vorgänger von früher. Sie sind außerdem von der Haltbarkeit her besser. Daher werden voraussichtlich mehr von Ihnen überleben, sofern nicht auch in Zukunft weitere abwrackprämienbedingte Verschrottungen Ihren Bestand bedrohen. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Wert aus.

Es wird jedoch auch in Zukunft Fahrzeuge geben, die hiervon nicht betroffen sind und im Wert steigen werden: Besondere und/oder seltene Fahrzeuge. Spontan fallen mir Mercedes SL, Audi R 8, BMW 6-er Coupe, bestimmte Porsche-Modelle oder auch ein Maserati Quattroporte ein. Auch Renault Avantime und VW Phaeton  haben sicherlich Potential.

Das Anlegerportal: Herr Steiner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Über den Interviewpartner:
Hannes Steiner ist gebürtiger Stuttgarter und fest in der Stadt von Mercedes, Porsche und Bosch verwurzelt. Fast logisch also, dass bei ihm schon in frühester Jugend die Begeisterung für Automobile geweckt wurde und ihn der Autovirus komplett befiel. Im Laufe der Zeit kam zur Begeisterung das entsprechende Fachwissen dazu. Hannes Steiner, gelernter Volljurist, arbeitete einige Jahre im Vertrieb einer Premiummarke und ist nun als Rechtsanwalt und Kommunikationstrainer tätig (www.hs-kommunikativ.de).

Das Interview führte Max Fiedler. Das Anlegerportal-Interview erscheint jeden Monat exklusiv auf www.das-anlegerportal.de und www.stock-world.de.

Aktuelle Informationen zum Thema Oldtimer finden Sie auf: http://www.das-anlegerportal.de/oldtimer.htm





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