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Das Anlegerportal-Interview: SolarBei Solaranlagen lässt sich derzeit eine Rendite von 9,5% erzielen
 

Das Anlegerportal-Interview: Solar
Bei Solaranlagen lässt sich derzeit eine Rendite von 9,5% erzielen

Bernd SchüßlerSeptember 2009 - Bernd Schüßler ist Pressesprecher bei der PHOTON Europe GmbH. PHOTON ist ein monatliches Solarstrom-Magazin mit Informationen zu Politik, Forschung, Förderung und Betrieb. Im Interview gibt er Auskunft über Renditeerwartungen bei Solaranlagen und Einblicke in die Solar-Szene.




Das Anlegerportal: Herr Schüßler, die ganze Welt spricht von Solar als alternative Energiequelle. Wie schätzen Sie das Wachstum des Marktes vor allem in Deutschland ein?
Schüßler: Die Installationszahlen für Solarstromanlagen werden in Deutschland weiter stark wachsen. Der Zubau an Solarstromanlagen dürfte dieses Jahr viel höher liegen als letztes Jahr.

Das Anlegerportal: Sicher eines der wichtigsten Fragen sowohl für Anleger wie auch für Interessierte: Lohnt sich das Investment der Solaranlage und mit welchen Renditen ist zu rechnen?
Schüßler: Solarmodule sind derzeit günstig wie nie. Installateure welche ihre Module zu Preisen um zwei Euro je Watt einkaufen – und da bewegte sich bei unserer letzten Markterhebung Anfang Juli der Durchschnitt - können dem Endkunden derzeit sehr attraktive Angebote unterbreiten. Er dürfte Komplettpreise um 3.000 Euro je Kilowatt erzielen können, und das bedeutet für den Anlagenbetreiber eine Rendite im Bereich von 9,5 Prozent. Wichtig ist: der Preis von 3.000 Euro pro Kilowatt ist der Endpreis inklusive Module, sämtlichem Zubehör, Montage und Netzanschluss. Da kommt außer der Umsatzsteuer nichts mehr dazu. Wer bereit ist mehr auszugeben, sollte insgesamt nicht mehr als 3.450 Euro pro Kilowatt zahlen, um noch eine gute Rendite zu erwirtschaften.  

Das Anlegerportal: Was sollte man beim Kauf beachten und wie lange hält eine Anlage?
Schüßler: Man sollte Markenprodukte kaufen. Zum Beispiel sollten kristalline Module  eine Zertifizierung nach IEC-Norm 61215 haben. Dieses Zertifikat haben mittlerweile nahezu alle Markenprodukte, egal ob aus Deutschland, China oder anderen Herstellungsländern, viele Module sind auch TÜV-zertifiziert. Man sollte immer mehrere Angebote einholen und sich möglichst Referenzprojekte des Installateurs zeigen lassen. Momentan ist die Nachfrage sehr groß, die Installateure sind teils gut ausgebucht. Trotzdem sollte man nichts übereilen oder gar zu viel zahlen. Denn die Modulpreise sind in den letzten Wochen weiter gefallen, ein Ende dieses Trends ist aktuell nicht absehbar. Markenmodule halten nach Angaben der Hersteller mindestens 20 bis 30 Jahre. Alle bisherigen Erfahrungen zeigen, dass diese Angaben vertrauenswürdig sind.

Das Anlegerportal: Der asiatische Markt ist auch im Bereich Solar einer der größten Konkurrenten zu den deutschen Unternehmen. Was unsere Leser interessieren wird: Gibt es Qualitätsunterschiede zwischen asiatischen Modulen und den deutschen.
Schüßler: Wir haben ein eigenes Testlabor, wo wir einige Hundert Module bereits getestet haben, und es gibt keinen substanziellen offensichtlichen Unterschied zwischen chinesischen  und europäischen Modulen.

Das Anlegerportal: Dementsprechend dürfte es auch wenig Preisunterschiede geben?
Schüßler: Bei unserer letzten Markterhebung Anfang Juli konnten Installateure Module aus China, Indien, Taiwan und Thailand für durchschnittlich 1,85 Euro/W kaufen. Module aus Europa und den USA waren für durchschnittlich 2,33 Euro/W erhältlich.

Das Anlegerportal: Wie sind die Produktionskosten eines dt. Herstellers (z. B. aleo Solar) im Vergleich zu einem asiatischen Player?
Schüßler: Asiatische Hersteller produzieren meist zu geringeren Kosten. Die Prozesskosten um aus einer Zelle ein Modul zu fertigen lagen im 1. Quartal 2008 zum Beispiel bei Aleo Solar bei ungefähr 0,87 USD pro Watt, beim chinesischen Hersteller Suntech bei ca. 0,53 USD/Watt.

Das Anlegerportal: Wie groß ist denn der Marktanteil chinesischer Unternehmen?
Schüßler: Im Jahr 2008 kamen rund 33 Prozent aller weltweit gefertigten Solarzellen aus China, rund 19 Prozent aus Deutschland. 2007 kamen 28 Prozent aus China und 21 Prozent aus Deutschland. 

Das Anlegerportal: Wie man aktuell hört, soll es auch zu einem Arbeitsplatzabbau im Solarbereich kommen. Wie ist Ihre Einschätzung?
Schüßler: Möglicherweise werden die Arbeitsplätze, wo jemand an einer Maschine steht, die jetzt massenweise Solarzellen oder Module produziert, vor allen Dingen in Asien, Niedriglohnländern oder Ländern mit besonders günstigen Steuern stattfinden. Auf der anderen Seite besteht ein Großteil der Arbeit bis zur fertig installierten Solaranlage gerade in der Installation der Solaranlage, und das sind Arbeitsplätze, die sich absolut nicht verlagern lassen können, sondern die werden weiterhin natürlich in Deutschland bleiben.

Das Anlegerportal: Sollte dann die Politik nicht eingreifen um die dt. Hersteller zu schützen?
Schüßler: Die Frage ist, wenn so was ginge, wäre so was überhaupt sinnvoll. Ich denke, die wertvollen Arbeitsplätze sind vor allen Dingen im Maschinenbau; der wird sich kaum verlagern. Die wertvollen Arbeitsplätze sind auch im Bereich Forschung und Entwicklung und sicher auch im Handwerk. Ob man jetzt versuchen sollte, für die Solarindustrie eine Ausnahmesituation zu schaffen, dass hier mal ausnahmsweise die Massenproduktion nicht in Asien stattfindet, halte ich für relativ schwierig und ich weiß letztlich auch nicht, ob das der richtige Weg ist. Das EEG, das Erneuerbare-Energien-Gesetz, was ja letztlich die Basis für diesen Boom darstellt, ist ja geschaffen worden als Klimaschutzgesetz und der Hauptgrund für die Förderung ist natürlich die Markteinführung einer CO2-freien Energie.

Das Anlegerportal: Was halten Sie dann von solchen Mammutprojekten wie „Desertec“?
Schüßler: Desertec ist neben der preiswerten Solarstromtechnik ein sehr gutes Argument gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Das Anlegerportal: Die letzte Frage: Warum zahle ich als Konsument immer noch mehr für Solarstrom?
Schüßler: Solartechnik lässt sich sehr preiswert produzieren, die weltweite Solarindustrie hat hier hervorragende Arbeit geleistet. Nicht zu verwechseln sind die niedrigen Herstellungskosten von Solarstrom mit der deutschen Einspeisevergütung. Diese setzt der Gesetzgeber fest.

Das Anlegerportal: Herr Schüßler, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Max Fiedler. Das Anlegerportal-Interview erscheint jeden Monat exklusiv in der Börse am Sonntag und auf www.das-anlegerportal.de.

Über den Interviewpartner:
Bernd Schüßler ist Pressesprecher bei der PHOTON Europe GmbH. PHOTON ist ein monatliches Solarstrom-Magazin mit Informationen zu Politik, Forschung, Förderung und Betrieb. Alle unsere Leser erhalten ein unverbindliches und völlig kostenloses Probeheft von PHOTON (hier kostenloses Probeheft bestellen)

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