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Bovespa tanzt Samba
24.08.09 - Die Anleger schätzen noch immer die Emerging Markets mit weltweit steigenden Kursen entdecken sie auch Brasilien wieder zunehmend als Anlagealternative.
Seit seinem zurückliegenden Tief, das im Oktober 2008 erreicht wurde, hat sich der brasilianische Bovespa-Index nahezu verdoppelt. Er gehört damit zu jenen Aktienindizes, die sich seither besonders gut erholt haben. Doch nicht nur das, auch Brasilien selbst geht gestärkt aus der Krise hervor.
Noch sehen die Experten die Entwicklung der brasilianischen Konjunktur verhalten. Aber immerhin, zu Zeiten, in denen die großen Industrienationen eine Rezession durchschreiten, stehen die meisten Indikatoren des südamerikanischen Landes lediglich auf Stagnation. Für 2010 wird von einigen Volkswirten sogar schon wieder ein Wachstum erwartet, das um 4% liegen könnte. Brasilien ist anderen Nationen damit einen Schritt voraus.
Beliebter Unternehmensstandort
Dabei zeigt sich, dass ein ehemaliger Nachteil nun zum Vorteil wird. In den vorigen Jahren musste die Nationalbank teilweise mit zweistelligen Leitzinsen die Inflation bekämpfen. Das schuf ausreichenden Spielraum, um bei nachlassenden Impulsen die Zinsen zu senken. Aber auch ansonsten stimmen die Rahmenbedingungen. Die Verschuldung ist im internationalen Vergleich niedrig und die Devisenreserven sind gestiegen. Bei solchen Voraussetzungen investieren auch ausländische Unternehmen gerne, was wiederum die Handelsbilanz ins Plus schiebt.
Aber auch die inländische Unternehmenslandschaft hat ihre Glanzlichter. Einige Unternehmen haben es in den letzten Jahren zu Weltruf gebracht. So ist beispielsweise Embraer der weltweit drittgrößte Flugzeugproduzent, Petrobras eine der expansivsten Ölgesellschaften oder Vale ein bedeutender Bergbaukonzern. Nicht zu vergessen die Multis im landwirtschaftlichen Bereich: Brasil Foods ist ein bedeutender Geflügelproduzent, Cosan der größte Zucker- und Ethanolproduzent und Aracruz top in Zellulose.
Timing gefragt
Das wirkt sich auch auf die Aktienlandschaft aus. Visanet, eine Kreditkartenfirma, zählt zum ersten größeren Börsengang seit dem Lehman-Zusammenbruch. Doch ist es sinnvoll, gerade jetzt zuzugreifen? Einen unmittelbaren Einstieg sehen wir als kein "Muss" an. Das hat zwei wesentliche Gründe. Zurzeit sind brasilianische Aktien bereits kein Schnäppchen mehr. Auch wenn die Entwicklung passt, gehören KGVs von durchschnittlich um 15 nicht mehr in die unterbewertete Region. Der andere ist, dass der Bovespa unter charttechnischen Gesichtspunkten Ballast angehäuft hat. Der Aufwärtstrend ist zwar noch intakt, die Indikatoren weisen aber ebenso darauf hin, dass sich zunehmend Korrekturbedarf angehäuft hat. Damit könnte der Index leicht bis rund 53.000 Punkte zum kurzfristigen und rund 47.000 Punkte zum mittelfristigen Aufwärtstrend korrigieren. Die derzeit in der Indexentwicklung nachlassende Dynamik weist darauf hin, dass mit einem Einstieg besserer gewartet werden sollte, bis eine dieser beiden Marken einem Test erfolgreich Stand gehalten hat.
Quelle:
www.deutscher-aktien-report.de





