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Erfolgreich Geld anlegen: Risiko ist nicht gleich Risiko!
 

Erfolgreich Geld anlegen: Risiko ist nicht gleich Risiko!

Folge 2, Juli 2012
Wolfgang Juds, CREDO VermögensmanagementDie jüngsten Entwicklungen in Spanien haben die Anleger in den letzten Wochen zunehmend verunsichert. Der Risikoappetit hat spürbar nachgelassen. Im Mai haben sowohl der deutsche Leitindex DAX als auch der Euro gegenüber dem US Dollar jeweils etwa 7% verloren. Sicherheit und Zuflucht hingegen haben die Anleger vor allem in den Bundesanleihen gesucht, die als "sicherer Hafen" gelten. Was ist Risiko eigentlich - und was ist Sicherheit? Dieses Thema möchte ich im Kontext der Vermögensanlagen in diesem Artikel beleuchten.


Die Frage nach dem "Risiko" ist inzwischen Gegenstand einer jeden Anlageberatung in einer Bank. Der Begriff ist so selbstverständlich für uns, dass er kaum hinterfragt wird. Nach meiner Erfahrung ist es aber ein Trugschluss, zu glauben, dass Risiko für uns alle dieselbe Bedeutung hat. Mit dem "Risiko" ist es ähnlich wie mit "Liebe" und mit "Vertrauen" oder mit "Nachhaltigkeit". All diesen Begriffen ist gemeinsam, dass sie stark emotional besetzt sind und jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen davon hat. Im Allgemeinen versteht man unter Risiko das Eintreten eines Ereignisses mit der Möglichkeit negativer Auswirkungen. Risiko kommt aus dem Griechischen und bedeutet Klippe oder Gefahr. Es ist mit Wagnis verbunden.

Der klassische Anleger versteht unter Risiko die Gefahr des Eintritts von Vermögensverlusten bei seinen Geldanlagen, die normalerweise jeder von uns vermeiden möchte. In der Finanzwelt hingegen ist das Risikomaß die sogenannte "Volatilität". Mit ihrer Hilfe wird die Schwankung von Anlageklassen oder von einzelnen Wertpapieren gemessen. Viele Anleger setzen beide Bedeutungen gleich und glauben, dass Anlageklassen wie Aktien, die hohen Schwankungen unterliegen, auch ein hohes Risiko eines Vermögensverlustes beinhalten. Auf der anderen Seite werden Renten, die geringeren Schwankungen unterliegen, als sicher angesehen. Diese Auffassung ist ein gewaltiger Trugschluss. Beispiele dafür gibt es genug. Nehmen Sie z. B. Staatsanleihen von Griechenland, von Spanien oder Portugal. Die galten bis vor kurzem noch als "sicher". Wenn es eine Anleihe von Schlecker gegeben hätte, hätten viele Anleger sie vielleicht ebenfalls als "sicher" angesehen.

Ein weiteres Beispiel aus der jüngsten Zeit in den USA ist Bernhard Madoff, der jahrzehntelang einen Investmentfonds nach einem Schneeballsystem betrieben hat. Der Hedge-Fonds hatte keine Schwankungen. Jedes Jahr hat der Fonds hohe Ausschüttungen gezahlt - trotzdem verloren Anleger geschätzt 65 Mrd. USD. Es gibt viele weitere Beispiele für den Irrtum, zu glauben, dass geringe Schwankung auch geringes Risiko bedeutet. Umgekehrt bedeutet eine hohe Schwankung nicht unbedingt auch hohes Kapitalverlustrisiko.

Eine Siemens-Aktie bleibt eine Siemens-Aktie, die durch den täglichen Börsenhandel entsprechenden Preisschwankungen unterliegt. Würde es für Immobilien einen Börsenhandel geben, was nicht geht, weil jede Immobilie ein Unikat ist, wären die Schwankungen im Kursblatt täglich nachzulesen. Im Endeffekt muss in jedem Einzelfall geprüft werden, wie hoch das Risiko von Vermögensverlusten besteht und ob der Anleger bereit ist, die Schwankungen des Investments zu akzeptieren.

Wir müssen uns alle vom Gedanken der risikolosen Geldanlage verabschieden. Die letzten Jahre haben uns eindrücklich gezeigt, wie sehr sich die Parameter verschoben haben. Was ist nun zu tun? Am Anfang steht die Erkenntnis, wie wichtig eine regelmäßige Risiko-Bestandsaufnahme ist. Dazu gehören neben den Wertpapieranlagen auch die Termingelder. Vorsicht ist vor allem bei Anlagen bei ausländischen Banken geboten. Denken Sie z. B. an die isländische Kaupthing-Bank, die 2009 geschlossen wurde. Die deutschen Anleger bekamen ihre Einlagen zurück, aber das war nicht selbstverständlich, da lediglich 20.887 Euro gesichert waren (siehe auch: Happy End für deutsche Sparer).

Nach der Bestandsaufnahme kommt die Risikobewertung, die von erfahrenen Vermögensverwaltern oder Finanzplanern durchgeführt wird. Der wertorientierte Ansatz geht von folgender Überlegung aus: Vermögensanlagen haben immer einen Wert und in aller Regel einen Preis. Beides schwankt im Zeitablauf. Der intelligente Anleger wird sich das Ziel setzen, die Vermögensanlagen immer zu einem Preis zu kaufen, der unter dem Wert der Anlage liegt. So verhalten wir uns auch als Verbraucher im täglichen Geschäft. Wir kaufen gern preiswert ein. Diesen Grundsatz sollten wir als Anleger im Bereich der Geldanlage auch beherzigen. Das psychologische Problem ist jedoch, dass die Preise hoch sind, wenn Euphorie an der Börse herrscht und die Preise niedrig sind, wenn alle zum Pessimismus neigen.

Letztlich überlagern Stimmungen und Meinungen die Fakten, was zu Fehlbewertungen an den Märkten führt. Der intelligente Anleger nutzt die pessimistischen Situationen für sich aus. Er kauft Qualität, wenn die Preise niedrig sind. Das ist das Prinzip von Warren Buffett, einem der erfolgreichsten Investoren der Welt. Diese scheinbar einfachen und langweiligen Regeln sind äußerst erfolgreich, werden aber selten befolgt. Kaufen, wenn andere verkaufen und verkaufen, wenn andere kaufen. Wann waren die besten Gelegenheiten zum Einstieg? 2002 nach dem Platzen der Internet-Blase, 2009 nach dem Platzen der Lehman-Pleite in den USA und nach meiner Meinung 2012 nach der Euro-Schuldenkrise. Die Zeit wird zeigen, ob meine Einschätzung richtig war.

Nach der Risikobewertung folgt die Neuausrichtung der Anlagestruktur und die Anpassung der Anlagestrategie an die aktuelle Marktsituation. Auch wenn es schwer fällt und wir alle unsere Lieblingsanlageklassen haben: Disziplin und die konsequente Umsetzung von Anlagerichtlinien sind allemal besser als Prognosen, Meinungen und punktuelle Anlageempfehlungen. Am Ende des Prozesses steht die Risikokontrolle. Es ist wichtig, die getroffenen Entscheidungen regelmäßig zu überprüfen. Sowohl die Bewertungen als auch die Preise können und werden sich ändern. Daher kann es auch zu Fehleinschätzungen kommen, die es zu korrigieren gilt.

Es kann auch vorkommen, dass die Entscheidung richtig war, aber die Preise durch politische Börsen verzerrt sind, wie aktuell durch die Euro-Schuldenkrise. Dann gilt es, Mut zu haben und im Rahmen der gewählten Anlagerichtlinien zuzukaufen.

Mein Fazit: Unter Risiko verstehe ich vor allem die Gefahr des Vermögensverlustes bei Kapitalanlagen. Die Schwankungen von Kursen und Preisen sind davon gesondert zu betrachten. Sie sind bei der Gewichtung der risikobehafteten Anlageklassen bei der Festlegung von Anlagerichtlinien zu berücksichtigen. Das Zitat von Warren Buffett fasst es treffend zusammen: "Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als  Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an Ihr teilzunehmen."

Wolfgang Juds, CREDO Vermögensmanagement GmbH

Hier finden Sie die Folge von "Erfolgreich Geld anlegen: Was Sie als Anleger beachten sollten!

Über CREDO Vermögensmanagement
Die CREDO Vermögensmanagement GmbH ist eine inhabergeführte und unabhängige Vermögensverwaltung in Nürnberg.  Inhaber Wolfgang Juds verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Vermögensanlage. Außerdem hat er bereits vor 10 Jahren erfolgreich eine Privatkundenbetreuung für eine regionale Volksbank aufgebaut.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website von CREDO Vermögensmanagement: www.credo-vm.de





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