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Lang & Heyne (Dresden)
Uhren für Enthusiasten
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Man kann trefflich darüber streiten, wann sich Uhrenhersteller mit der prestigeträchtigen Bezeichnung Manufaktur schmücken dürfen. Man kann Grenzwerte festlegen, Interpretationsspielräume ausnutzen, vor Gericht ziehen, den Begriff enger oder weiter auslegen – und auf diese Weise völlige Verwirrung unter den Freunden feiner Uhren stiften.
Man kann aber auch mit Marco Lang in den Keller seiner Villa am Stadtrand von Dresden hinabsteigen, wo seine CNC-Maschine und weitere Anlagen zur Herstellung von speziellem Werkzeug stehen. Und man kann dort mit eigenen Augen sehen, was es ganz konkret heißt, eine Manufaktur zu sein. Marco Lang, der Mann hinter Lang & Heyne, lässt beinahe sämtliche Teile, die später zu einer seiner weltweit geschätzten Spitzenuhren zusammengesetzt werden, im eigenen Haus anfertigen. Dazu gehören unter anderem die Werkplatten, Räderbrücken, Stoppfedern, Schwanenhals-Federn, die kompletten Federhäuser und die spezielle Lang & Heyne-Unruh aus Berylliumbronze. Als besonders diffizil erweist sich das Fräsen der goldenen Moustache-Anker. Nur viel Erfahrung führt dabei zu der gewünschten Qualität. Selbst Schließen und Zifferblätter werden in der kleinen, aber feinen Dresdner Manufaktur gefertigt. „Je größer unsere Fertigungstiefe, desto mehr Spaß haben wir am Bauen“, sagt Marco Lang, der sich selbst als Uhrenkreateur aus Leidenschaft und Tradition bezeichnet.
Leidenschaft wird ihm jeder attestieren, der mit ihm über Uhren spricht. Und was die Tradition angeht, so genügt ein Blick in die Familiengeschichte. Der gebürtige Thüringer ist Uhrmacher in der sechsten Generation. Sein Vater Rolf Lang war bis 1990 Chefrestaurator im Mathematisch-Physikalischen Salon, einer der weltweit führenden Sammlungen für Uhren und feinmechanische Instrumente.
Uhren-Enthusiasten kennen das: Irgendwann werden sie infiziert. Und gegen die Leidenschaft für feine und außergewöhnliche Zeitmesser ist bis dato noch kein Kraut gewachsen. Selbst wenn es eines gäbe, würden es die meisten Uhren-Liebhaber wohl ohnehin verschmähen. Marco Lang, 1971 geboren, durfte bereits als Kind seinen Vater in die Werkstatt begleiten und dem Meister über die Schulter schauen. In jungen Jahren lernte er dadurch schon wesentliche Grundlagen der Uhrmacherei kennen, so dass die später folgende Uhrmacher- und Feinmechaniker-Lehre in Glashütte an und für sich schon programmiert war. Nach der deutschen Wiedervereinigung sammelte Marco Lang weitere Erfahrungen bei dem norddeutschen Uhrenexperten Ihno Fleßner. Seither hat er eine enge Affinität zu feinen Präzisionspendeluhren, was jeder Besucher sofort feststellt, der sich in seiner Manufaktur umschaut.
Nach Dresden zurückgekehrt, gründete Marco Lang sein eigenes Geschäft und machte sich als Restaurator einen Namen. Doch so leidenschaftlich er diesen Beruf auch ausübte, getrieben wurde er seit seiner Jugend von einem ganz großen Ziel: „Mein Wunsch war es, meine eigenen Uhren herzustellen – und zwar in allen Phasen, von der Idee bis hin zu den tickenden Uhrwerken, die mich vermutlich überleben werden“, sinniert Marco Lang. Als er Anfang 2001 mit Mirko Heyne zusammentraf, der sein Handwerk bei der renommierten Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne erlernt hatte, wurde aus dem Traum Realität: Beide gründeten die Uhrenmanufaktur Lang & Heyne in Dresden.






