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Zu Besuch bei ...Manfred BrasslerMeisterSinger und der „Charme des Ungefähren“
 

Zu Besuch bei ...
Manfred Brassler
MeisterSinger und der „Charme des Ungefähren“

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Zum Vergrößern auf das Bild klicken!Lange ging es in der Uhrenindustrie vor allem um eines: Die Zeitmesser sollten so genau wie möglich sein. Zunächst eroberten die Quarzuhren die Handgelenke. Keine der bis dahin üblichen mechanischen Uhren zeigte die Zeit dauerhaft so exakt an wie eben diese neuen elektronischen Instrumente. Später entschieden sich manche Kunden gar für Funkuhren – präziser geht es nicht mehr. Aber brachte diese extreme Genauigkeit den Trägern solcher Uhren ein Mehr an Lebensqualität? Das darf bezweifelt werden, und es ist sicher kein Zufall, dass gerade in der oft beklagten „Hochgeschwindigkeitsgesellschaft“ die mechanische Uhr eine furiose Renaissance feiert.

Manfred Brassler ging weiter. Der Uhrenliebhaber und Gestalter gründete im Jahr 2001 die Firma MeisterSinger und überraschte einen zunächst mehr als skeptischen Markt mit Einzeigeruhren. „Viele befreundete Juweliere empfahlen mir damals, Uhren zu gestalten, die sich auch verkauften. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich bereits mit ein paar hundert Einzeigeruhren am Start“. Wie kommt man auf eine solche Idee? Generationen haben sich an Zwei- und Dreizeigeruhren gewöhnt. Mehr noch: Auf den Zifferblättern gerade der hochpreisigen mechanischen Uhren geht es immer komplizierter zu: Mondphase-Anzeige, Großdatum, Ewiger Kalender, Chronografenzeiger, Hilfszifferblätter – das alles auf kleinstem Raum untergebracht. Und nun kam Manfred Brassler mit einer Uhr, auf deren puristisch anmutendem Zifferblatt sich nur ein Nadelzeiger bewegte. Mit dem Modell  „1Z“ (heute No. 01) hatte MeisterSinger, wie sich später herausstellen sollte, einen Klassiker lanciert und das erste Kapitel einer erstaunlichen Erfolgsgeschichte geschrieben. Angetrieben von einem Schweizer ETA-Werk 2801-2 gleitet der Nadelzeiger ganz gemächlich über das Zifferblatt. Fast scheint es, als stünde die Zeit still. Doch langsam bewegt sich der Zeiger zum nächsten Index.

Wenn er ihn erreicht hat, werden fünf Minuten verstrichen sein. Manfred Brassler spricht vom „Charme des Ungefähren“, denn selbst mit gutem Sehvermögen kann die Zeit nicht unbedingt exakt auf die Minute abgelesen werden. Es mag drei Minuten nach zwölf sein, vielleicht schon vier Minuten, aber keinesfalls fünf Minuten, denn sonst stünde der Zeiger bereits auf dem entsprechenden Index.

„Schon kurze Zeit nach der Lancierung hatte der Endkunde entschieden: Unsere Einzeigeruhr  war ein absoluter Hit. Heute verkaufen wir zu 80 Prozent den Einzeiger-Klassiker mit unterschiedlichen Uhrwerken. Daneben bringen wir klassische Dreizeigeruhren auf den Markt, deren Designsprache sie aber als echte MeisterSinger unverkennbar macht“, sagt Manfred Brassler, dessen Unternehmen seit einigen Jahren am Kreativkai in Münster ansässig ist.

Zurück zu den Wurzeln der Uhrmacherkunst
Der Erfolg ist evident, beantwortet aber noch nicht die Frage: Wie kommt man auf die Idee, mit einem Nischenprodukt wie einer Einzeigeruhr an den Markt zu gehen? „Die Idee war keineswegs neu. Wir sind – im Gegenteil – wieder zu den Anfängen der Uhrmacherei zurückgekehrt“, berichtet Brassler. Tatsächlich hatten die Uhren bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts nur jeweils einen Zeiger. Bei MeisterSinger verweist man zum Beispiel auf eine der ältesten noch funktionierenden Einzeigeruhren Deutschlands am Kirchturm von Bucha in Sachsen-Anhalt. Sie wurde von einem Schmied etwa im Jahr 1690 gebaut. Als die ersten Zweizeigeruhren auftauchten, sorgten sie zunächst einmal für Irritationen. Immerhin musste man nun zwei Informationen ablesen: die Stunde und die Minuten. Diese Uhren waren zwar genauer, aber eben komplizierter.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken!„Wir wollten keine Designer-Uhren auf den Markt bringen, sondern klare überzeugende Gestaltung mit klassischen Elementen verbinden. Dabei stellte ich mir einen Uhrmacher Anfang des 18. Jahrhunderts vor, der sein Uhrwerk vollendet hatte und jetzt eine leicht verständliche Zeitanzeige dazu erfinden musste“, erläutert Manfred Brassler die Ausgangssituation. Die Uhr sollte eher einem ursprünglichen Messinstrument gleichen. Dazu gehörte ein stark reduziertes, klares Zifferblatt, eben das genaue Gegenteil der sehr differenzierten und komplizierten Zifferblätter, wie sie bei vielen anderen Uhrenmarken üblich sind.

Eine Reihe vermeintlicher Kleinigkeiten unterstreicht den Instrumenten-Charakter der MeisterSinger-Zeitmesser. Dazu gehört, dass die vollen Stunden jeweils mit zwei Ziffern angezeigt werden. Bei einer einstelligen Zeit wird eben eine Null voran gestellt – 01 statt 1 Uhr.  So entsteht ein ausgewogener, stimmiger Gesamteindruck. Würde man auf die Nullen verzichten, verlöre die MeisterSinger gleichsam ihr Gesicht. Auch mit dem Glas hat es eine besondere Bewandtnis:

„Wir verwenden ein fast drei Millimeter starkes, einseitig gewölbtes Saphirglas. Der damit verbundene Lupeneffekt zieht das Zifferblatt optisch scheinbar nach oben. Man gewinnt den Eindruck, das Zifferblatt befände sich unmittelbar unter dem Glas“, erläutert Brassler.

Zur MeisterSinger-Modellfamilie ...  bitte blättern





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